Interreg
24.11.
2015

„Schnittstelle zwischen Programm, Projektpartnern und dem deutschen Ausschuss“

Angela Tietz über Herausforderungen und Ziele ihrer neuen Arbeit als nationale Kontaktstelle NWE

Auch für die Contact-Points steht Vernetzung ganz oben auf dem Programm. (Quelle: Angela Tietz)

Wer auf der Suche nach passenden Projektpartnern oder Unterstützung bei der Entwicklung einer Projektidee ist, der ist bei den National Contact Points an der richtigen Adresse. Für das Programm Nordwesteuropa (NWE) liegt diese Adresse seit dem 14. September in Mainz: Dort hat Angela Tietz im Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz die Rolle der Beraterin für alle deutschen Interreg-Interessierten und -Projektkonsortien übernommen. Im Interview berichtet sie über ihren Einstieg, die Herausforderungen der Arbeit als Kontaktstelle und erzählt, was transnationale Zusammenarbeit für sie bedeutet.

Seit Mitte September arbeiten Sie als nationale Kontaktstelle des Kooperationsraums Nordwesteuropa. Welche Herausforderungen bringt diese Arbeit mit sich?

  • In meiner neuen Rolle bin ich die Schnittstelle zwischen Programm, Projektpartnern und den Vertretern des Deutschen Ausschusses (DA) des NWE-Programms. Das heißt für mich unter anderem: Ich muss mich mit den deutschen Akteuren in den vom Programm geförderten Bereichen auskennen – und auch mit denen aus den anderen NWE-Ländern. Hier kommt mir zum Glück die Erfahrung aus meiner Arbeit bei INTERREG IV A Großregion in Luxemburg zu Gute.

    Natürlich geht es aber nicht nur um Akteure, sondern auch um Systeme. Um die interkulturelle Zusammenarbeit zu unterstützen, muss ich die Bedürfnisse und Ansichten der Anderen nicht nur kennen, sondern auch akzeptieren und verstehen. Genauso wichtig ist es, im Austausch mit europäischen Partnern verschiedene Positionen vertreten zu können. Das kann ich gleich am Anfang schon sehr gut üben – im Moment bin ich viel auf Reisen und lerne die Kollegen aus den anderen Ländern kennen.

Welches sind die dringlichsten Aufgaben in den ersten Wochen und Monaten?

  • Ich muss mir schnell einen Überblick über das Programm an sich und dessen Erwartungen verschaffen. Daneben gilt es, vorhandene Projektideen, aktive Partner und potenzielle Akteure kennenzulernen und einzuordnen. Für mich ist das eine sehr intensive Zeit, weil der zweite Projektaufruf Ende November schließt und die Projektpartner derzeit ihre Projektanträge für die erste Stufe ausarbeiten. Dazu fragen sie bei mir als Kontaktstelle Unterstützung an und ich möchte ihnen natürlich best- und schnellstmöglich die passende Rückmeldung geben. In den kommenden Jahren möchte ich aktiven sowie potenziellen Projektträgern so eine zuverlässige und kompetente Ansprechpartnerin sein. Außerdem ist mein Ziel, noch mehr deutsche Partner für das NWE-Programm zu begeistern.
Projektmeetings und der Austausch mit den internationalen Kollegen stehen auf dem Programm von Angela Tietz. (Quelle: Angela Tietz)

Zur neuen Förderperiode gibt es auch in NWE das zweistufige Bewerbungsverfahren. Wann gibt es hier die nächste Bewerbungsmöglichkeit und wie können sich Interessierte bewerben?

  • Aktuell läuft der 2. Call, der Projektaufruf. Bis Ende November können Projektinteressierte Anträge einreichen. Dies wird nicht mehr wie früher per Papier gemacht; wer seinen Antrag abgeben will, kann das in einem elektronischen System auf der Webseite des Programms www.nweurope.eu machen.

    Das zweistufige Verfahren sieht vor, dass im ersten Schritt eine schlüssige Projektidee vorgestellt werden soll, aus der hervorgeht, was das Projektkonsortium im NWE-Raum erreichen möchte, warum es für genau diesen Raum wichtig ist und welche Resultate am Ende des Projekts stehen sollen. Erst wenn ein Projekt für den zweiten Schritt genehmigt wurde, wird ein kompletter und detaillierter Antrag ausgearbeitet.

Was waren bisher die persönlichen Höhepunkte in Ihrer neuen Rolle?

  • Besonders gefreut habe ich mich darüber, die vielen Kollegen, also die Kontaktstellen der anderen Länder, die Mitarbeiter im gemeinsamen Sekretariat in Lille und auch die Mitglieder des Deutschen Ausschusses kennenzulernen. Es gab zahlreiche erste Treffen mit vielversprechenden Projektkonsortien, auf deren spannende Projektanträge ich mich schon jetzt sehr freue! Auch eine Informationsveranstaltung für potenzielle Antragssteller an der ich mitwirken konnte, war ein Highlight – genau wie in den Workshops zu den drei thematischen Schwerpunkten des NWE-Programms konnte ich sehen, wie vielfältig die Ideen zur Stärkung der transnationalen Zusammenarbeit sind und wie engagiert alle Beteiligten daran mitarbeiten, die aktuelle Förderperiode zu einem Erfolg zu machen.

Was bedeutet transnationale Zusammenarbeit für Sie?

  • Transnationale Zusammenarbeit heißt für mich, gemeinsam etwas voranbringen, was jeder für sich alleine nicht geschafft hätte. Es sind darüber hinaus auch die menschlichen Verbindungen, die im Rahmen der Projekte wachsen, die den besonderen Mehrwert ausmachen.

Angela Tietz ist Referentin im Rheinland-Pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung. Als Nationale Kontaktstelle in Deutschland  ist sie erste Anlaufstelle für alle derzeitigen und potenziellen Projektpartner im Nordwesteuropaprogramm.