Interreg
09.09.
2014

Wer. Was. Wie.

Bestandsaufnahme und Pläne im Alpenraumprogramm: Wie können neue Projektpartner gewonnen werden?

Der Alpenraum hat Großes vor. Genauer gesagt, er will wachsen. Nicht im geographischen Sinne, sondern was die Vielfalt der beteiligten Projektakteure im Rahmen von INTERREG V B anbelangt. Um zu wachsen, ist es erst einmal sinnvoll, den Status Quo zu betrachten. Wer sind unsere bisherigen Projektpartner? Was hat die Ideen ausgemacht, die es in die Förderung geschafft haben? Und letztlich stellt sich die Frage: Wie schaffen wir es, neue Akteure zu begeistern und für die Mitwirkung in Projekten zu gewinnen?

Wer.

Im Alpenraum blicken wir auf eine erfolgreiche Förderperiode 2007 - 2013 zurück. In INTERREG IV B haben wir 57 Projekte mit über 600 beteiligten Partnern finanziell unterstützt. Allein in Deutschland – hier liegen Bayern und Baden-Württemberg im förderfähigen Gebiet – waren es 91 aktive Partner-Institutionen. Die Anträge, die wir genehmigt haben, kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen: Angefangen von (Regional-)Verbänden und Kammern, über Landesanstalten und öffentliche Einrichtungen wie Kliniken, Energiegesellschaften, Universitäten und Forschungsinstitute – es beteiligen sich verschiedenste Partner!

Bis dato sind jedoch relativ wenige Kommunen vertreten. Gerade diese möchten wir ermutigen, sich am neuen Alpenraumprogramm zu beteiligen. Zudem möchten wir auch verstärkt private Institutionen in Projekte mit einbinden. Hierfür haben wir die Teilnahmevoraussetzungen entsprechend angepasst und zudem Grundlagen für eine vereinfachte Abwicklung der Projekte geschaffen. Wir versprechen uns viel von der Teilnahme etwa von kleinen und mittleren Unternehmen, die ja im Alpenraum eine hervorgehobene Rolle in der Wirtschaftsstruktur spielen und Schlüsselakteure für Innovationen sind.

Was.

Immer wieder fragen uns Projektinteressierte, was von einem Projekt erwartet wird und wie es aufgestellt sein muss, um förderfähig zu sein. Es gibt einige Kriterien, anhand derer wir die eingereichten Ideen betrachten: Sind sie innovativ, anwendungs- und umsetzungsbezogen, beispielgebend und übertragbar? Sind die angedachten Prozesse im Sinne einer gemeinsamen Projektentwicklung und -durchführung stimmig? Und natürlich muss das Projekt alpenspezifisch sein und einen transnationalen Mehrwert sowie eine politisch-strategische Dimension aufweisen. Ganz entscheidend ist der Inhalt der Projekte: Thematisch müssen die Ideen auf die Prioritätenachsen und spezifischen Zielsetzungen des Programms ausgerichtet sein sowie die jeweiligen Bestimmungen der einzelnen Projektaufrufe berücksichtigen. Eine dauerhafte Wirkung der Ergebnisse sollte von Beginn an gewährleistet werden können. Bei der Wahl der Partnerschaften soll auf eine ausgewogene und klar abgrenzbare Verteilung hinsichtlich Budget und Kompetenzen geachtet werden. Ein gut aufgestelltes Konsortium besteht in der Regel aus acht bis fünfzehn Partnern aus fünf bis sieben Ländern.

Die Akteure sind manchmal unsicher, ob ihre Idee all diesen Kriterien entspricht. Doch ich möchte Sie gerne ermutigen: Fragen Sie einfach bei uns nach! Wir freuen uns über jeden Anruf und jede Projektidee und begleiten Sie gerne auf dem Weg bis zur Antragstellung. Gleichermaßen können wir auch frühzeitig auf mögliche inhaltliche oder strukturelle Defizite aufmerksam machen. Das Verhältnis zwischen Programm und Projekt würde ich daher auch als sehr kooperativ bezeichnen.

Wie.

Neue Akteure aus dem gesamten Alpenraum sind wichtig. Vor allem deshalb, weil neue Partner mit frischen kreativen Ideen die Themen aus anderen Blickwinkeln betrachten und manchmal auch quer zur bisherigen Richtung denken. Dieser Austausch ist für alle wertvoll und zielführend – auch über die Förderperiode hinaus. Gerade innovative, querschnittsorientierte Projekte können besonders gut dann entstehen, wenn die Partner aus verschiedenen Sparten – zum Beispiel von Universitäten, öffentlichen Stellen, Nichtregierungsorganisationen, Verbänden und privaten Unternehmen – kommen. Meine Aufgabe ist es dabei auch, diese unterschiedlichen kreativen Köpfe zusammenzubringen.

Hierzu führen wir – gerade zu Beginn der neuen Förderperiode – einige Veranstaltungen durch. So nahmen viele Interessierte am 17. Juni 2014 an der nationalen Auftaktveranstaltung in Baden-Württemberg teil. Bayerische Partner haben jetzt am 11. September 2014 in Nürnberg die Chance sich auszutauschen. Aber auch länderübergreifend wollen wir neue Partner gewinnen. Hierzu findet am 21. und 22. Oktober 2014 unsere internationale Kick-Off-Konferenz in Salzburg statt. Gerade weil wir dazu sehr breit eingeladen haben, und nicht zuletzt dank der vielseitigen Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort, hoffen wir auf einen regen Austausch. Netzwerken und die Suche nach potenziellen Projektpartnern stehen im Fokus.

Und was passiert sonst noch im Alpenraumprogramm? Neben all den Vorbereitungen auf die neue Förderperiode erarbeiten wir derzeit ein Konzept für die Durchführung von thematischen „Runden Tischen“ mit bestimmten Schlüsselakteuren und Multiplikatoren. Dies soll neue Partner motivieren und aktivieren. Mit Akteuren die schon mehrmals in Projekten mitgewirkt haben, findet ein Austausch darüber statt, wie neue Partner ins Boot geholt werden können. Hier gibt es einige starke INTERREG-Persönlichkeiten, die sich neue Partner an die Seite holen. Sie sehen also: Wir setzen auf eine Mischung aus erfahrenen und frischen Projektakteuren.

Katharina Ertl arbeitet im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Als Nationale Kontaktstelle des Alpenraums ist sie erste Anlaufstelle für alle derzeitigen und potenziellen Projektpartner im Alpenraumprogramm.