Interreg
08.10.
2014

KMU als wichtige INTERREG-Partner

Wie sie mehr in die Projekte eingebunden werden können

Regionalentwicklung bedeutet immer auch Entwicklung der Wirtschaftskraft. Darum ist es stets das Anliegen von INTERREG gewesen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in die Förderprojekte einzubeziehen. Sie bilden das Rückgrat der europäischen Wirtschaft und sollen in der neuen Förderperiode verstärkt angesprochen werden.

Teilnahme von Unternehmen vereinfachen

Bisher haben viele KMU die Teilnahme an Förderprojekten wegen des hohen bürokratischen Aufwands gescheut. Dennoch hatten schon in der letzten Programmperiode 25 Prozent der geförderten Projekte einen starken KMU-Bezug. „Harmonise, Simplify, Improve“ sind nun Schlagworte, an denen sich INTERREG in den kommenden sechs Jahren orientieren wird. Das bedeutet zahlreiche Vereinfachungen, die von Unternehmern sehr begrüßt werden. Mit der Einführung u.a. von Kostenpauschalen, vereinfachten Reporting- und Monitoring-Prozessen sowie der Möglichkeit der Gruppenfreistellung im Staatlichen Beihilferecht sind wichtige Erleichterungen für Unternehmen geschaffen worden. Damit und mit Fördersätzen von bis zu 80 Prozent schneidet INTERREG im Vergleich zu anderen nationalen und europäischen Förderprogrammen sehr gut ab.

Wachstum und Innovation: Themen, die KMU und INTERREG gleichermaßen interessieren

Innovationen sind ein zentrales Ziel von KMU. In allen sechs Programmräumen stehen der Aufbau von Innovationsnetzwerken und das Etablieren von Qualifizierungsmöglichkeiten für Unternehmer und ihre Mitarbeiterschaft weit oben auf der Prioritätenliste. Die Förderprioritäten der einzelnen Programmräume bilden dabei die großen Themen unserer Zeit und deren spezifischen Ausprägungen in den einzelnen Regionen gut ab. Innovative KMU werden hier neue, nachhaltige Dienstleistungen entwickeln und am Markt platzieren. Ziel der Europäischen Politik ist es, dass solche Angebote nicht nur lokal, sondern über die Grenzen hinweg gemacht werden können – Grund genug, sich frühzeitig im Rahmen von transnationalen Projekten darüber auszutauschen.

Kammern und Cluster als Unterstützer

Die Einbindung von KMU über Cluster, Kammern oder Unternehmensverbände bringt große Vorteile. Zum einen können solche Institutionen leichter als die KMU selbst die zahlreichen Aufgaben im Rahmen der Projektbeantragung, der Projektleitung und der Berichterstattung leisten. Zum anderen liegen die Projektinhalte sehr nahe an den zentralen Aufgaben solcher Verbände. Sie unterstützen das kooperative Entwickeln von neuen Angeboten für spezifische Regionen und für den internationalen Markt.

Die transnationale Zusammenarbeit hilft, hier die europäischen Märkte besser kennenzulernen und neue Beziehungen aufzubauen. Die vermittelnde Tätigkeit von Kammern und Verbänden hilft schon in der Antragsphase, wenn es gilt, ein Konsortium mit gleichgerichteten Interessen zusammenzustellen. Wer einerseits seine Mitglieder und anderseits die entsprechenden Verbandsstrukturen in anderen Ländern kennt, kann Projektideen mit guter Aussicht auf Erfolg entwickeln. So können auch KMU, die nicht selbst einem Konsortium für ein Förderprojekt beitreten wollen, indirekt in Innovationsprojekte eingebunden werden.

Schritte in ganz neue Formen der Kooperation

Im INTERREG-Projekt AlpEnMAT wurde ein Format entwickelt, das gezielt Anbieter, Nachfrager und Investoren zusammenbringt. Das Prinzip ist einfach: Wer im Bereich von Energie- oder Mobilitätslösungen Produkte oder Dienstleistungen anzubieten hat, meldet sich auf der weithin bekannten Internet-Plattform als Interessent für eine der über den gesamten Alpenraum verteilten thematischen Veranstaltungen an. Potenzielle Kunden für solche Angebote melden sich ebenfalls und die Veranstalter laden genau diejenigen ein, bei denen die Aussicht auf eine geschäftliche Kooperation sehr gut ist. Da KMU häufig ihre Angebote noch weiterentwickeln müssen, um am Markt zu bestehen, werden stets auch einige am speziellen Themenfeld interessierte Investoren dazu genommen.

Weitere Informationen zur Plattform unter www.jam-bite.eu.

Ludwig Karg ist Geschäftsführer von B.A.U.M. Consult München / Berlin und hat mit seinem Team zahlreiche INTERREG- und andere internationale Forschungs- und Entwicklungsprojekte entwickelt und geleitet. Zudem ist er Chairman von INEM, dem International Network for Environmental Management. Zusammen mit LoeschHundLiepold Kommunikation GmbH unterstützt B.A.U.M. Consult zur Zeit das BBSR bei der Öffentlichkeitsarbeit zur transnationalen Zusammenarbeit.