Interreg
28.10.
2014

Internationale INTERREG-Partner treffen zusammen

Auftaktkonferenz Alpenraum in Salzburg

Ideen-Arena: Alte und neue Partner im Alpenraumprogramm tauschen sich aus. (Quelle: Bernd Käferböck Photography)

Jetzt geht es endlich richtig los! Mit diesem Gefühl habe ich mich auf den Weg zur Alpine Space Conference „Building on Experience: Cooperation towards 2020“ am 21. und 22. Oktober 2014 nach Salzburg gemacht.

Denn von den ersten Überlegungen zur Ausgestaltung des neuen Alpenraumprogramms für die Förderperiode 2014-2020 bis zur transnationalen Auftaktkonferenz in Salzburg sind immerhin fast drei Jahre ins Land gegangen. Diese Zeit war gekennzeichnet durch intensive Diskussionen über die künftige strategische und inhaltliche Ausrichtung des Programms. Mit der Einreichung des Programms bei der Europäischen Kommission im Juli 2014 war ein erster wichtiger Meilenstein genommen. Die Genehmigung dessen steht zwar noch aus, gleichwohl laufen die Vorbereitungen zum Startschuss des Programms auf Hochtouren. Mit der Salzburger Konferenz ist ein weiterer Meilenstein erreicht. Ziel war es, jetzt – an der Schnittstelle zwischen den zwei Förderperioden – aktuelle und zukünftige Projektpartner sowie Stakeholder und Entscheidungsträger aus dem Alpenraum zusammenzubringen, um den Weg für künftige Kooperationsprojekte für eine nachhaltige regionale Entwicklung des Alpenraums zu ebnen.

Und dies mit großem Erfolg! Rund 450 Teilnehmer sind in Salzburg zusammengekommen. Viele weitere standen auf der Warteliste für die Konferenz und konnten aus Kapazitätsgründen leider nicht teilnehmen. Schade, wie ich finde. Als Mitglied des Programmausschusses hat mich dagegen besonders gefreut, wie viele Newcomer dabei waren. Mehr als 130 Akteure, die wir neu bei INTERREG begrüßen durften! Denn mit dem neuen Programm wollen wir noch einen Schritt weitergehen und neben den bereits überzeugten INTERREGlern neue Gruppen gewinnen – insbesondere private Partner, vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Gerade mit Blick auf die noch stärkere Ergebnis- und Umsetzungsorientierung in der neuen Periode spielen sie als Adressaten und Akteure der transnationalen Zusammenarbeit eine zunehmend wichtige Rolle. Zugleich erleichtert das Programm die Beteiligung selbiger: Private können sich mit eigenen Mitteln einbringen und sind nicht auf eine öffentliche Finanzierung ihres Eigenanteils angewiesen. Und last but not least sollte auch die Förderquote von 85 Prozent die Teilnahme privater Akteure erleichtern.

Die Veranstaltung in Österreich stand ganz im Zeichen von Netzwerken, Austausch und Diskussion. Selbst der Rückblick auf bisher Erreichtes in den drei Prioritäten „Innovativer Alpenraum“, „CO2-armer Alpenraum“ und „Lebenswerter Alpenraum“ erfolgte immer mit Blick auf zukünftige Perspektiven der Zusammenarbeit. In sogenannten Action labs fand an gemischten Tischen ein munteres Brainstorming über Ansätze und Projektideen in den verschiedenen Förderprioritäten statt. Gerade auch der Blick über den eigenen thematischen Tellerrand hinaus war dabei reizvoll.

Ideen treffen auf Partner

Besonders gespannt war ich auf die Ideenschauplätze, die sogenannte Idea arena am ersten Tag der Veranstaltung. Rund 40 Akteure stellten hier in Kurzpräsentationen ihre Projektideen vor und standen im Anschluss für Rückfragen zur Verfügung. Und diese kamen reichlich: Hier wurden Partnerwünsche formuliert und Kontakte angebahnt. Aus meiner Sicht ein weiterer voller Erfolg: Die Visitenkartentaschen, in denen Projektinteressierte ihre Kontaktdaten hinterlassen konnten, waren am Ende zum Teil so voll, dass sie herunterfielen.

Standen am ersten Tag die zukünftigen thematischen Prioritäten im Vordergrund, ging es am zweiten Tag vor allem um die Frage einer besseren Steuerungs- und Koordinationspolitik im Alpenraum. Hier wurden in einem politischen Podium Governance und Kooperationsherausforderungen erörtert und in einer zweiten Diskussionsrunde der aktuelle Stand und die Entwicklung der EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP) dargelegt. Vor allem die Frage, welche Governance die EU-Strategie benötigt, wurde intensiv diskutiert. Die lokale und regionale Ebene sowie die Zivilgesellschaft bei der Entwicklung und Umsetzung der EUSALP aktiv einzubeziehen, wurde als wesentlicher Erfolgsfaktor hervorgehoben. Welche Rolle kann das Alpenraumprogramm bei der Umsetzung der EU-Strategie übernehmen? Erste Ansätze hierzu wurden in dem Workshop zur Förderpriorität 4 „Gute Governance im Alpenraum“ aufgezeigt. Die Diskussion war ein erster Aufschlag und wird sicherlich noch im Laufe des Jahres – parallel zur Weiterentwicklung der EU-Strategie – intensiviert werden. Denn da diese erst Mitte 2015 verabschiedet werden wird, müssen einige Fragen zwangsläufig noch offen bleiben. Das ist auch der Grund für die Entscheidung, den ersten Projektaufruf Ende 2014 / Anfang 2015 zunächst nur für die thematischen Prioritäten 1 bis 3 zu öffnen.

Das große Interesse an der Konferenz, der intensive Austausch, die vielen Kontaktanbahnungen, die präsentierten Projektideen und viele weitere Ansätze, die derzeit entstehen, lassen eine Vielzahl guter Projektanträge und Projekte erwarten. Und erst dadurch wird das Programm mit Leben gefüllt. Insofern heißt es nun: Jetzt geht es richtig los. Mein positives Gefühl bei der Anreise hat mich daher also auch auf dem Heimweg begleitet.

Brigitte Ahlke ist Mitarbeiterin im Referat für Europäische Raum- und Stadtentwicklung des Bundesinstituts für Stadt-, Bau- und Raumforschung (BBSR). Sie ist verantwortlich für die Europäische Raumentwicklungspolitik und die transnationale Zusammenarbeit im Rahmen von INTERREG. Im Bereich INTERREG betreut sie das Alpenraumprogramm und ist zuständig für Begleitforschung, Ergebnistransfer und Öffentlichkeitsarbeit.