Interreg
19.08.
2016

Herbst steht im Zeichen von Projektentscheidungen

© Wolfgang Filser, Fotolia.com

Im Herbst wird es spannend! In fünf der sechs Programmräume mit deutscher Beteiligung stehen Entscheidungen über Projektanträge an. Dazu finden im September bzw. Oktober Sitzungen der transnationalen Begleitausschüsse statt (Ausnahme Mitteleuropa: Anfang 2017), in denen im Konsens über die Vergabe der Fördermittel entschieden wird. Ich selbst werde als Mitglied der deutschen Delegation im Begleitausschuss für das Alpenraumprogramm Mitte Oktober nach Bern in die Schweiz reisen und dort mit meinen Kollegen über die eingereichten Projektanträge beraten.

Die Nachfrage ist groß!

Insgesamt wurden in den sechs Programmräumen rund 1.230 Projektanträge („Expressions of Interest“ oder „Concept Notes“ genannt) in der ersten Projektantragsstufe eingereicht. Die damit beantragten Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) belaufen sich auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Das ist mehr, als für die Jahre 2014 bis 2020 insgesamt zur Verfügung steht, nämlich 1,39 Millionen Euro EFRE-Mittel. Das Interesse ist beeindruckend und zeigt, dass die Programme mit ihren Förderausrichtungen die aktuellen Herausforderungen und Bedarfe treffen. Die Diskussionen in den Programmgremien darüber, welche dieser Anträge den Herausforderungen am besten gerecht werden und einen besonders hohen Mehrwert für die Räume erwarten lassen, wird spannend werden – und für viele Antragsteller auch sicherlich enttäuschend. Ich schätze, dass von diesen rund 1.230 Interessenbekundungen am Ende etwa 150 Projekte mit einem Fördervolumen von geschätzt rund 320 Millionen Euro genehmigt werden.  

Hintergrund

Im Rahmen von Projektaufrufen wurden Entscheidungsträger aus Kommunen und Regionen, Verbänden, Unternehmen oder Hochschulen aufgefordert, in transnationalen Partnerverbünden Projektanträge einzureichen, mit denen sie gemeinsame Herausforderungen angehen wollen. Interreg bietet ihnen die Möglichkeit, Ideen zu entwickeln und neue Arbeitsweisen zu testen: in Interreg-Projekten können gemeinsame Strategien und Lösungsansätze für das jeweilige Kernthema entwickelt und in Pilotvorhaben vor Ort umgesetzt werden.

Bildnachweis:
Foto "Genehmigt": Wolfgang Filser, Fotolia.com

Brigitte Ahlke ist Projektleiterin im Referat für Europäische Raum- und Stadtentwicklung des Bundesinstituts für Stadt-, Bau- und Raumforschung (BBSR). Inhaltliche Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die europäische Raumentwicklungspolitik und die transnationale Zusammenarbeit im Rahmen von Interreg. Im Bereich Interreg betreut sie das Alpenraumprogramm und ist zuständig für Begleitforschung, Ergebnistransfer und Öffentlichkeitsarbeit.