Interreg
05.08.
2014

„Harmonise, Simplify, Improve"

Was das Motto für die neue Förderperiode bedeutet

Das Schöne an einer neuen Förderperiode ist, dass alles bisher Dagewesene auf den Prüfstand kommt. Die Beteiligten haben die Entwicklungen der Vergangenheit beobachtet, mögliche Probleme erkannt und ihre Lehren daraus gezogen. Bei INTERREG B werden diese Lehren – natürlich stark vereinfacht – im Motto der Förderperiode 2014-2020 zusammengefasst. „Harmonise, Simplify, Improve“ sind die drei Schlagworte, an denen wir uns auch in den kommenden sechs Jahren orientieren wollen.

Doch was bedeutet das in der Praxis? Lassen Sie es mich so sagen: Sechs Programmräume mit 33 beteiligten Nationen und einer Vielzahl teilweise sehr unterschiedlicher Kulturen in ihren Anforderungen zu harmonisieren, ist natürlich nicht einfach. Wir wollen die Kooperationsräume aber auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Deshalb hat INTERACT die Vorlagen von der Antragsstellung bis zum Abschlussbericht vereinheitlicht. Es wäre unrealistisch anzunehmen, dass zukünftig in allen Räumen die Anforderungen genau gleich sein werden, aber erste Schritte sind gemacht worden. Wir wollen von Seiten des BBSR die Kooperationsräume in den kommenden Jahren weiter sensibilisieren: Zu viele Vorgaben, zu viele individuelle Regularien gehen am Ende zu Lasten der Projekte. Unser Ziel ist es, für alle Beteiligten ähnliche Voraussetzungen zu schaffen auch wenn noch ein langer Weg vor uns liegt – denn wir wollen für alle Räume das Beste erreichen.

Damit die bürokratischen Hürden für die Projekte und die Interessierten in Zukunft niedriger werden, drehen wir auch an anderen Stellschrauben. Wir wollen die Verwaltung und die Prozesse vereinfachen. Zukünftig wird so etwa eine pauschale Abrechnung von Büro- und Verwaltungskosten möglich sein. Die Zeiten von kleinteiligen Anträgen und unzähligen Belegen ist dann hoffentlich vorbei. Außerdem überarbeiten die Programme derzeit die Hinweisdokumente für Antragsteller. In der letzten Periode hat sich da Einiges angesammelt. Wir wollen die Informationen jetzt bündeln, neu strukturieren und zusammenfassen – und den Zugang dazu deutlich vereinfachen.

Worauf schlussendlich aber alles hinausläuft ist, dass wir die Projekte stärken wollen, um inhaltlich bessere Ergebnisse zu erzielen. Es hilft nicht, ein Projekt zu starten, allein um des Projektes Willen. Wir brauchen eine noch stärkere Ergebnisorientierung, Resultate, die wir in allen beteiligten Ländern praktisch anwenden können. Dabei hilft zukünftig auch das zweistufige Antragsverfahren. Interessierte bekommen hier viel früher ein Feedback, ob ihre Idee geeignet ist. In Stufe zwei bekommen sie dann schon intensive Programmunterstützung. Einfache, aber fundamentale Fehler können so vermieden und die Projekte von Anfang an in die richtige Bahn gelenkt werden.

Während in vorangegangenen Perioden Partner- und Kooperationsfindungen im Zentrum standen und Sprach- und Kulturbarrieren abgebaut werden mussten, können wir uns jetzt auf das starke Netz verlassen, das wir aufgebaut haben. Und darin müssen wir vor allem auch neue Beteiligte einbinden, um die transnationale Zusammenarbeit weiterzutragen. Die positive Resonanz auf die öffentlichen Konsultationen der einzelnen Kooperationsräume hat gezeigt, dass es viele Interessierte gibt, die bisher nicht mit INTERREG B zu tun hatten. Darauf müssen wir aufbauen. INTERREG B soll wachsen – und unter dem Motto „Harmonise, Simplify, Improve“ in den nächsten Jahren gedeihen.

Sina Redlich ist Mitarbeiterin im Referat für Europäische Raum- und Stadtentwicklung des Bundesinstituts für Stadt-, Bau- und Raumforschung (BBSR). Sie ist verantwortlich für das Bundesprogramms „Transnationale Zusammenarbeit“ und die transnationale Zusammenarbeit im Rahmen von INTERREG. Auf Seiten des BBSR betreut sie den Kooperationsraum Nordwesteuropa sowie das INTERACT Programm.