Interreg
05.05.
2015

Was europäische Zusammenarbeit für mich bedeutet

Vertreter aus Ländern und Interreg-Programmen geben Einblick in ihre persönlichen Sichtweisen

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. (Quelle: European Union, 2015)

Gemeinsame Ziele finden und Kompromisse formulieren, Wertschätzung leben und voneinander lernen – die Zusammenarbeit zwischen Regionen, Staaten oder Interreg-Programmen hat viele Aspekte. Doch was bedeutet europäische Zusammenarbeit für diejenigen, die täglich daran arbeiten? Zum Europa-Tag teilen deutsche Interreg-Akteure ihre Sicht auf die Vernetzung Europas, ihre Chancen und Herausforderungen.

"Für mich bedeutet europäische Zusammenarbeit gelebtes Europa zum Anfassen!"
Claudia Eggert, Referat Europapolitik im Senat der Freien und Hansestadt Hamburg

"Neben den vielen guten konkreten Ergebnissen trägt die europäische Zusammenarbeit auch zu einem besseren gegenseitigen Verständnis und Vertrauen über nationale Grenzen hinweg bei. Dies ist ein Aspekt, der im Alltag schnell untergeht und dessen Bedeutung mir angesichts des aktuellen Ukraine-Konflikts nochmals besonders bewusst geworden ist."
Brigitte Ahlke, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

"Wer mal im strömenden Regen eine Passkontrolle direkt an der Flugzeugtür am Frankfurter Flughafen durchgemacht oder die Fallstricke der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in der täglichen Arbeit erlebt hat, der weiß, wie wichtig es ist, miteinander zu reden statt übereinander. Die EU im Allgemeinen und Interreg im Besonderen bieten dafür das Forum und die Anreize. Und auch wenn nicht alles perfekt ist – die Alternativen sind es noch weniger."
Jens Kurnol, Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Europäische Zusammenarbeit verlangt Kreativität. (Quelle: European Union, 2015)

"Europäische Zusammenarbeit bedeutet für mich, Europa konkret erfahren und täglich dazu zu lernen. Europäische Zusammenarbeit ermöglicht mir neue Sichtweisen und andere Herangehensweisen zu erfahren und kann auch dazu führen, den eigenen Standpunkt noch einmal zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen. Für mein Arbeitsfeld im Bereich der Programmierung und Verwaltung von Interreg-Programmen heißt das konkret, Arbeiten in einem abwechslungsreichen und herausfordernden multikulturellen Umfeld mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen nationalen und/oder regionalen Verwaltungen in Nordwesteuropa. Das ist sicher nicht immer einfach und es wird oft auch hart verhandelt, aber im Ergebnis zeigt sich, dass man nur weiterkommt, wenn man sich aufeinander zu bewegt und versucht, die Sichtweise des anderen zu verstehen und gemeinsam Lösungen findet. Und das bedeutet natürlich auch Kompromisse einzugehen. Gerade dieser oftmals auch „kreative“ Aspekt und das lösungsorientierte Arbeiten machen für mich den Reiz aus. Interreg bzw. die Europäische Territoriale Zusammenarbeit ist hier ein interessantes Experimentierfeld auch für innovatives Verwaltungshandeln und gerade das macht es spannend. Man hat es hier mit unterschiedlichen Planungs- und Verwaltungskulturen zu tun und ist mit teilweise sehr unterschiedlichen Herangehensweisen und Bewertungen ein und derselben Problemlage konfrontiert. Aber in der Summe hat man das gleiche Ziel: Europa den Bürgerinnen und Bürgern näher zu bringen. Und daran mitzuwirken ist nie langweilig. Man befindet sich in einem ständigen Lernprozess und kann dies bestenfalls auch in die eigene Organisation zurückspiegeln."
Petra Schelkmann, Referat Europäische Raumentwicklung im Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz

"Für mich bedeutet europäische Zusammenarbeit gemeinsam Dinge voran zu bringen, verstehen was andere bewegt und menschliche Begegnungen, die mein Leben bereichern."
Susanne Ast, Referat Europäische Wirtschaftspolitik im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg

"Europäische Zusammenarbeit ist für mich vor allem im konstruktiven Dialog mit Menschen unterschiedlicher Anschauungen, Kulturen und Temperamente die Entwicklung voran zu bringen und Konflikte zu entschärfen."
Dr. Wilfried Görmar, Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

"Die europäische Zusammenarbeit: eine Möglichkeit andere Nationen besser kennenzulernen, zu verstehen und etwas gemeinsam zu bewegen."
Dr. Judit Schrick-Szenczi, Nationale Kontaktstelle des Interreg-Donauprogramms