Interreg
08.05.
2017

Bessere Kombination von Bahn, Schiff und LKW für einen umweltschonenden Güterverkehr

Interview mit Dr. Karin Jäntschi-Haucke, Oberste Baubehörde Bayern zum Projekt AlpInnoCT

Containerdepot der Firma Kloiber in München-Riem, © Jäntschi-Haucke

Beim Alpenraum-Projekt Alpine Innovation for Combined Transport (AlpInnoCT) arbeiten fünfzehn Partnern-Institutionen aus Deutschland, Italien, Österreich, Slowenien und der Schweiz zusammen, um den Güterverkehr über die Alpen so umweltschonend und effizient wie möglich abzuwickeln. Um dies zu erreichen, sollen die Verkehrsträger LKW, Bahn und Schiff miteinander kombiniert werden. Davon versprechen sich die Partner eine Optimierung der bisherigen Transportkette. Dr. Karin Jäntschi-Haucke von der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr erklärt im Interview, wie das erreicht werden kann. Die Oberste Baubehörde ist Lead Partner des Projektes.

Worum geht es in Ihrem Projekt AlpInnoCT?

Unsere Idee, wie das Güterverkehrs-System verbessert werden kann, ist so simpel wie innovativ: Wir wollen den „Kombinierten Verkehr“ mit einer industriellen Fabrik vergleichen. Das Wissen, das in jahrzehntelanger Produktionserfahrung gesammelt wurde, wollen wir auf die Transportkette übertragen. So versuchen wir, Einsparmöglichkeiten aufzudecken, die den Transport effizienter machen. Diese Ergebnisse wirken sich natürlich sowohl zeitlich als auch monetär aus.

Was ist Ihre persönliche Motivation für die Zusammenarbeit an diesem Thema?

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen aus den zahlreichen betroffenen Ländern des Alpenraumes können wir alle Sichtweisen zum alpenquerenden Güterverkehr beleuchten. Dabei wollen wir Bürger genauso zu Wort kommen lassen wie Hersteller von Sattelaufliegern.

Was bringt das Projekt für Ihre Region?

Die Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene wirkt sich grundsätzlich positiv auf die Verkehrsverhältnisse in den betroffenen Regionen aus. Der CO2-Ausstoß wird reduziert und die Sicherheit auf der Straße erhöht. Bayern als Transitland wird davon besonders profitieren.

Güterverkehrszentrum Burghausen, © Jäntschi-Haucke
Güterverkehrszentrum Burghausen, © Jäntschi-Haucke

Warum ist es wichtig, dieses Projekt europäisch umzusetzen?

Alle Prognosen zeigen uns, dass der gesamte Güterverkehr in den kommenden Jahren weiter ansteigt. In Deutschland und besonders in Bayern sind viele stark exportorientierte Unternehmen angesiedelt. Der Außenhandel basiert auf einem reibungslosen Ablauf des Güterverkehrs über Ländergrenzen hinweg. Besonders im Alpenraum ist es wichtig, mit einer Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene die Verkehrsbelastung zu vermindern.

Vervollständigen Sie: Wenn das Projekt gelingt, wird in zehn Jahren….

…eine für die Anwohner des Alpenraumes spürbare Verbesserung der Lebensumstände eingetreten sein, weil der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert wurde. Unternehmen in Bayern, aber auch im gesamten Bundesgebiet, werden von schnelleren und effizienteren Transporten im Kombinierten Verkehr profitieren, und das nicht nur über die Alpen.

Ihr bislang schönstes Erlebnis im Rahmen des Projektes?

Insgesamt ist es eine Bereicherung, mit Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenzukommen. Dabei ist es besonders schön, wenn zusammen auf ein gemeinsames Ziel hingearbeitet wird und man auch voneinander lernen kann. Die ersten Begegnungen waren bereits sehr anregend. Ich freue mich auf weitere interessante und intensive Diskussionen, die uns der Güterverlagerung auf die Schiene ein Stück näher bringen.

www.alpine-space.eu/projects/alpinnoct/en/home

Bildnachweis Titelfoto: Containerdepot der Firma Kloiber in München-Riem, © Jäntschi-Haucke

 

Die leitende Ministerialrätin Dr. Karin Jäntschi-Haucke ist Leiterin des Sachgebietes für Verkehrspolitik und Verkehrsplanung; Internationale Verkehrsangelegenheiten und Vernetzte Mobilität in der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, dem Lead Partner des Projektes AlpInnoCT.