Interreg
21.02.
2017

Ausbau regenerativer Energien durch abgestimmte Planungen

Interview mit Frau Dr. Gabriele Hoffmann vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern zum Projekt BEA-APP

Blick auf Rapsfeld; shutterstock_106958942

Bei BEA-APP geht es um die raumplanerischen Herausforderungen der Energiewende: Damit die Klimaschutz-Ziele erreicht werden können, müssen in der Ostseeregion zusätzliche Flächen für Wind- und Bioenergieeinheiten oder Photovoltaikanlagen ausgewiesen werden. Es gilt, geeignete Areale auszuwählen und Kompromisse für konkurrierende Nutzungsansprüche zu finden. Wie das gelingen kann, erzählt Dr. Gabriele Hoffmann vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern, Lead Partner bei BEA-APP, im Interview.

In zwei Sätzen: Worum geht es in Ihrem Projekt?

Ziel des Projektes ist es, den Anteil regenerativer Energie zu erhöhen. Dafür müssen Regional- und Energiepläne besser miteinander verknüpft werden. Dafür suchen wir gemeinsam nach Lösungen bzw. sollen gute Beispiele ausgetauscht werden. Als Pilotaktion wollen wir ein „grünes Gewerbegebiet“ planen.

Was ist Ihre persönliche Motivation für die Zusammenarbeit an diesem Thema?

Das Thema Energiewende begleite ich seit mehreren Jahren auf regionaler Ebene, die Auswirkungen gehen aber natürlich weit über Mecklenburg-Vorpommern hinaus. Jetzt im europäischen Maßstab zu agieren, ist faszinierend.  

Was bringt das Projekt für Ihre Region?

Ganz konkret? Mindestens ein grünes Gewerbegebiet! Bezogen auf die Raumnutzungskonflikte versprechen wir uns Lösungen beim Umgang mit Flächen für regenerative Energien und den Anforderungen des Naturschutzes. Sicher werden auch Verwaltung und Wirtschaft noch besser zusammenarbeiten.

Warum ist es wichtig, dieses Projekt europäisch umzusetzen?

Die Energiewende findet ja nicht nur in Deutschland statt. Alle Ostseeanrainerstaaten wollen den Anteil an regenerativen Energien erhöhen. Da ist der Austausch von Erfahrungen aus diesen Planungs- und Koordinierungsprozessen zwischen den Nationalstaaten sehr hilfreich. Es ist ein Schritt in Richtung „BEA-APP“, denn der Projektname steht für: eine Energieregion rund um die Ostsee, Baltic Energy Area – a planning perspective.

Offshore Windenergie / Fotolia_43226126_XL_© F.Schmidt - Fotolia.com

Vervollständigen Sie: Wenn das Projekt BEA-APP gelingt, wird in zehn Jahren….

… wird es in zehn Jahren selbstverständlich sein, dass die Pläne zur Entwicklung der Länder oder Regionen eng mit den Energiefachplanungen verwoben sind. Bei einheitlichen Planungskriterien wären Kompatibilität und Vergleichbarkeit gegeben.

Ihr bislang schönstes Erlebnis im Rahmen des Projektes?

Beim Kickoff-Meeting in Schwerin sind wir am Abend im Rahmen einer Führung über die Dächer des Schweriner Schlosses gegangen. Wir hatten einen herrlichen Blick über die Stadt und ihre Seen. Dafür wurden Schwerin von den Partnern viele Komplimente gemacht. Das hat mich sehr berührt.

Weitere Informationen zum Projekt: www.balticenergyareas.eu

 

Dr. Gabriele Hoffmann arbeitet im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern, das im BEA-APP-Projekt die Federführung übernimmt.