Interreg
06.04.
2017

Alpenraum: Gemeinsam Berge versetzen!

Intensiver Austausch beim „meet &match forum“ des Alpenraumprogramms

Gemeinsam Berge versetzen – Unter diesem Motto trafen sich am 21. und 22. März 2017 beim „meet & match forum“ des Interreg-Alpenraumprogramms in Mailand rund 280 VertreterInnen aus Verwaltung, Forschungsinstitutionen, Verbänden und Unternehmen. Die Netzwerk- und Informationsveranstaltung fand großen Anklang – neben den zahlreichen aktiven Teilnehmern verfolgten zusätzlich 130 Personen das Forum über einen Live-Stream im Internet. Ziel des Meetings war unter anderem ein intensiver Austausch zwischen Vertretern des transnationalen Alpenraumprogramms und Akteuren der EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP). Außerdem sollten „Interreg-Neulinge“ für den Alpenraum begeistert und neue Projekte für den anstehenden dritten Alpenraum-Call vorbereitet werden.

Fruchtbare Mischung aus Neulingen, Interreg-Akteuren und EUSALP-Vertretern

Besonders positiv finde ich es deshalb, dass mehr als ein Drittel der Teilnehmer „Newcomer“ waren, die sich über das Alpenraumprogramm informieren wollten. Damit wurde ein wichtiges Ziel der Veranstaltung erreicht.

Elf Prozent der Teilnehmer waren Vertreter der EUSALP-Arbeitsgruppen. Die Akteure aus den bereits laufenden Interreg-Projekten machten 19 Prozent aus. Damit war eine wichtige Voraussetzung für ein weiteres Ziel der Veranstaltung gegeben: ein intensiver Austausch zwischen Projektakteuren und Programmverantwortlichen des Interreg B Alpenraumprogramms und Akteuren der EU-Strategie für den Alpenraum. Gerade weil die Themen der Alpenraumstrategie und die des Alpenraumprogramms weitgehend übereinstimmen, können Synergieeffekte erzielt werden, wenn Strategie-, Programm- und Projektakteure sich kennen, austauschen und zusammenarbeiten. Wie dies noch wirkungsvoller organisiert werden kann, wurde intensiv diskutiert.

© Ahlke, BBSR

Das Flagschiff-Modell: Gute Erfahrungen aus dem Ostseeraum

Besonders inspirierend fand ich daher den Vortrag von Anders Bergström, Koordinator des Schwerpunktbereichs „Bildung“ und des schwerpunktübergreifenden Handlungsfeldes „Kapazität“ der EU-Strategie für den Ostseeraum. Er sprach darüber, wie man Ideen in sogenannte Flagschiffe verwandeln und damit Einfluss auf die Politik nehmen kann. Im Ostseeraum gibt es bereits gute Erfahrungen mit diesem Ansatz, aus dem sich viele Synergien ziehen lassen. Flaggschiffe sind weit mehr als einzelne beispielhafte Projekte. Sie umfassen eher Projektketten zu bestimmten Herausforderungen, die aus verschiedenen Finanzierungsquellen und Förderprogrammen finanziert werden.

Vorbereitung neuer Projekte in kreativer Atmosphäre

Vor allem aber wurden die zwei Tage in Mailand intensiv genutzt, um in kreativer Arbeitsatmosphäre neue Projekte vorzubereiten. Am ersten Tag ging es in den sieben thematischen Arbeitsgruppen vor allem darum, gemeinsame Herausforderungen für die spezifischen Ziele des Programms zu identifizieren. Aufbauend darauf entwickelten die Teilnehmer am zweiten Tag in kleinen Arbeitsgruppen innovative Ideen, um diese Herausforderungen zu meistern. Es wäre ein schöner Erfolg, wenn sich hieraus ganz konkrete Projektideen für den dritten Projektaufruf des Alpenraumprogramms ergeben würden, der in Kürze öffnet.

Die während des meet & match forums gezeigten Präsentationen können Sie hier online abrufen.

Bildnachweis Titelfoto: Ahlke, BBSR

Brigitte Ahlke ist Projektleiterin im Referat für Europäische Raum- und Stadtentwicklung des Bundesinstituts für Stadt-, Bau- und Raumforschung (BBSR). Inhaltliche Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die europäische Raumentwicklungspolitik und die transnationale Zusammenarbeit im Rahmen von Interreg. Im Bereich Interreg betreut sie das Alpenraumprogramm und ist zuständig für Begleitforschung, Ergebnistransfer und Öffentlichkeitsarbeit.